Heute bin ich bei unserem Schreiner im Dorf vorbeigefahren und habe spontan angehalten, um zu fragen, ob er vielleicht irgendwo eine alte Holzplatte rumliegen habe, die sich für Food-Fotografie eignet. Wow! Ich bin sowas von geflasht von meinem neuen Fundstück. 

Text & Bild: Markus Mallaun


 

Bei uns im Dorf gibts einen Schreiner und ich fahre seit Jahren an seiner Werkstatt vorbei. Aber ich hatte noch nie einen Grund oder die Gelegenheit, dort mal reinzuschauen. Dies hat sich diese Woche spontan geändert und es hat sich sowas von gelohnt.

Ich wollte schon länger mal ein Bild mit meinem dunklen, schwarzen Food-Board machen, in Kombination mit einem Holz-Element. Zuerst habe ich mich mal im Baumarkt umgeschaut und etwas im Web gestöbert. Doch eigentlich machts schon mehr Sinn, dorthin zu gehen, wo das Zeugs auch herkommt und verarbeitet wird; Zum Schreiner.

Die Werkstatt von Bruno Wittwer ist mir schon oft aufgefallen. Bereits von weitem erkennt man, dass dort jemand werkelt, der sich vom Durchschnitt abhebt. Überall stehen interessante Fundstücke rum und seine kreativen Holzarbeiten sind unübersehbar.

Ich halte also an und schaue mich mal um, ob jemand zu Hause ist. Im hinteren Teil höre ich Stimmen und Werner Stierli stellt sich mir vor. Super sympathisch und gleich engagiert, mir etwas passendes zu finden, als ich ihm erzählte, was ich genau suche und für was ich es dann brauchen werde.

Bald schon haben wir ein übrig gebliebenes Reststück aus dem Zuschnitt gefunden und Bruno meinte noch: „Komm, ich schleif dir das Ding auch gleich.“

Und als wäre das nicht genug, packt er auch noch schnell einen alten Lappen und das passende Holzöl aus und verwandelt das edle, noch stumpfe Holz in einen wunderschönen Schwan.

Mein neues Woodboard für die Food Fotografie ist geboren.

Und weil es am Rand auf einer Seite etwas bröckelig ist und es sich um ein Reststück (quasi fast schon Ausschuss) handelt, habe ich dafür nur CHF 20.00 bezahlt. Danke Werni für diesen fairen Preis, deine super Beratung und den mega tollen Schleif- und Öl-Service. Ich werde gerne wiederkommen!

Der Schliff des neuen Woodboards - Bruno Wittwer von der Schreinerei Wittwer in Obfelden
Der Schliff des neuen Woodboards – Werner Stierli von der Schreinerei Wittwer in Obfelden

 

Wunderschönes Nussbaum-Woodboard von der Schreinerei Bruno Wittwer in Obfelden
Wunderschönes Nussbaum-Woodboard von der Schreinerei Bruno Wittwer in Obfelden

Jetzt brauchen wir nur noch das passende Produkt. Als Schweizer sind wir nicht so die grosse Maritime Nation und Sardellenfilets sind bei uns auch nicht so weit verbreitet, wie Fondue. Entsprechend ist die Auswahl im klassischen Supermarkt eher bescheiden.

Um so überraschender, wenn man im Käseladen über eine schmucke Büchse Sardellenfilts stolpert, DIE ich sofort mitnehmen musste.

Bei uns im Dorf nebenan ist einer der besten Käseläden der Schweiz zu finden. Dort betreibt Johann Stöckli und seinTeam das Chäs Stöckli. Unglaublich, was er dort an Käse anbietet. Eine riesige Auswahl und ein mega toller, freundlicher Service. Und ausgerechnet dort fand ich diese super schöne, schlichte Packung Sardellenfilets – passt perfekt für mein geplantes Food-Bild.

Supremo Sardellen-Filet von Gottfried Hirtz AG Dübendorf, Package Design von Silvio Meier vom Design-Büro Alacart in Zürich
Supremo Sardellen-Filet von Gottfried Hirtz AG Dübendorf, Package Design von Silvio Meier vom Design-Büro Alacart in Zürich, Schriftdesign von Dominique Kerber

Die Sardellenfilets sind quasi fast ein Schweizer Produkt. Sie werden von der Dübendorfer Firma Gottfried Hirtz AG importiert und stammen ursprünglich aus dem Mittelmeer, werden aber exklusiv in Marokko abgepackt.

Auch Die Gestaltung und die Schrift der Verpackung ist ein durch und durch helvetisches Produkt!

Mir hat sofort die stylische, schlichte Verpackung, im leicht retromässig angehauchten Design, gefallen. Sie wurde in der Schweiz entwickelt – und zwar von Silvio Meier, vom Design Büro Alacart GmbH in Zürich.

Das i-Tüpfelchen ist zudem in der Schrift auf der Verpackung zu finden. Denn auch diese ist echte Schweizer Handwerkskunst und wurde von Dominique Kerber https://www.schriftgestaltung.ch/ entworfen.

Was nicht viele wissen; Die Schweiz hat eine langjährige und grosse Tradition im Gestalten und Entwerfen von Schriften. So zählen die Helvetica oder Frutiger zu den weltweit bekanntesten Schriften überhaupt. Und seit 2011 auch die von Dominique Kerber entwickelte Font „Cast“ und das neuste Baby von Silvio Meier; Die „Albula Pro“.

Sardellen-Filet auf Nussbaum-Holzbrett mit Baguette
Mein neues Foodboard vom Bruno Wittwer – Feinstes Nussholz, geschliffen und geölt.

Der Rest war dann quasi Fleissarbeit. Einmal mehr übrigens ein One-light-shot. Eine Softbox von rechts hinten und fertig war das Licht-Set-up.

Frische Food-Produkte verlieren sehr schnell an Frische und Glanz.

Kleiner Tipp am Rande: Bei frischen Produkten wie Kapern, Zitronen oder anderen Food-Elementen, die ursprünglich durch Feuchtigkeit im Glanzlicht erstrahlen; Diese Elemente sollte man erst im letzten Moment auf dem Board drapieren, da sie sonst sehr schnell an Glanz und Frische verlieren. Wenn ihr genau hinseht, werdet ihr merken, wie der Glanz der Kapern im Vergleich zu den beiden Bildern schnell abnimmt. Beim Bild mit dem Woodboard und Brot kamen die Kapern unmittelbar frisch aus dem Glas. Zwischen dem oberen und unteren Bild liegen ca. 15 Minuten. Genug Zeit, dass die Kaper austrocknet, leicht einschrumpft und jeglichen Glanz verliert. Kann man aber auch ganz einfach korrigieren, indem man mit Photoshop die Oberfläche der glänzenden Kapern als neue Ebene über die stumpfen Dinger drüberkopiert. Oder mit einem feinen Pinsel, etwas Olivenöl auf die Kapernhaut pinseln.

Sardellen-Filet auf Teller - Dark Food Photography
Habe noch eine Variante ohne Woodboard ausprobiert

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